J.B.Hatecraft
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1. Sonnenstrahlen

Meine Blicke schweifen hinab vom Esstisch der nur ein Stein mit fast gerader Auflagefläche ist und von einer alten zerfetzten Landesfahne überdeckt wird. Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne entbehrt für kurze Zeit ein paar Strahlen durch die ungewaschene Wolkendecke am Himmel. Himmel!, klar und rein zu sehen? ,- nicht weniger als eine Sonnenfinsternis. Langsam legen auch die anderen ihre Brote und Sträucher auf den Tisch um aus dem Brückenbogen hervor zu treten und der Sonne sein Gesicht zu zeigen. Ein Lichtspiel von derbster Auswirkung für mich, weil ich nicht weiß, ob ich froh oder eher traurig sein sollte. Doch ich halte meine Tränen und blicke stumm mit den anderen ins helle Glück. Alles ist ruhig, nur in der Ferne hört man noch wie die letzten Garagentüren aufgehen. Ihre verrosteten Läufe knirschen beißend in der Luft und doch sind sie die Nobelwohnungen der Gegend. Man zahlt zehn Euro für eine kleine Garage, doch das ist schon zuviel für uns. Jeder einzelne von uns ist froh wenn er einmal einen blauen fünfer Besitz, der dann sofort zur Verwahrung in die Unterhose wandert. Und selbst der bringt gerade mal Brot für zwei Wochen, da können die, die ein Auto besitzen, ein bisschen mehr erbringen. Obwohl diese Art von Ottomotorwagen nicht mehr fährt, zählen sie noch als eine der besten Bleiben für Gutverdiener. Über dem Daum sagt man: Wer ein Auto besitzt verdient so zwischen siebzig und neunzig Euro. Diese Leute haben es, können sich ihren eigenen Tresor leisten, ihr Auto. Vorne auf den Sitzen steht meistens das Fahrrad und andere Utensilien zum wohnen. Hinterbänke gibt es bei keinem Auto mehr. Alles wird rausgerissen und zu einer kleinen Ein- bis Zweimannzelle ausgebaut. Während bei den Autos die Tanks als Trinkbehälter dienen, müssen wir jeden Tag einen Kilometer an den Fluss hinunter laufen um unsere Eimer zu füllen. Der Fluss ist ein allgemeiner Treffpunkt. Im Regelfall bleiben wir länger unten um uns immer wieder auf dem neusten Stand zu halten. Heute gehen wir recht spät hinunter zum Fluss, weil wir den Sonnenstrahlen nicht widerstehen konnten und sie lange begutachtet haben. Sie waren heute aber auch lange zu sehen, fast anderthalb Stunden. Während einige von uns auf der Suche nach brennbaren für heut Abend sind, erreichen wir gleich den Fluss. Man merkt, das wir heute wieder sehr spät sind, den das Ufer ist nun schon üppig besetzt und der Fluss birgt nur noch wenige stellen an dem keine Seife aufgeschäumt ist. In der Zeit wo meine Freunde nach der perfekten sauberen Stelle im Wasser hechten, versuche ich Laugentommy zu finden. Jeder kennt ihn unter diesem Namen und er darf sich auch großer Beliebtheit erfreuen, weil er seine selbstgemachte Seife für Freundschaftspreise anbietet. Für ein Stück Seife verlangt er gerade mal zwei Cent, nicht so wie die Lackaffen aus der Firma, die für ihre Seife wahrhaftige dreißig Cent haben wollen. Ich sehe ihn und rufe ihm nach. Er dreht sich sofort um und kommt mir entgegen.
1.3.06 15:38
 


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